Es sind nur Gedanken ...


Wie viele Gefühle und Menschlichkeit erträgt ein Blog? Das war eine Frage im gestrigen Post von Seelen Sachen. Ihre Zeilen und Gedanken haben mich sehr nachdenklich gestimmt... Ich selber gehöre eher zu jenen Bloggerinnen, die vorwiegend Kreatives und Positives posten. So nach dem Motto: Was könnten die Leute denken, wenn ich etwas Negatives oder zu viel Persönliches schreibe, vor allem all jene die mich persönlich oder geschäftlich kennen?

Nora hat über das Thema Tod(esAngst) geschrieben. Da ich im letzten Herbst selbst von so quälenden Gedanken geplagt war, möchte ich heute gerne von meinen Erfahrungen berichten. Achtsam zu sein mit mir und meiner Familie ist mein Vorsatz für dieses Jahr. Darum soll so viel Menschlichkeit jetzt hier Platz haben ...

Das vergangene Jahr war geprägt durch einige Schicksalsschläge im Familien- und Bekanntenkreis. Alte Wunden wurden wieder aufgerissen, darunter der viel zu frühe Tod meines Vaters. Ich war damals 12 Jahre alt. Über die Jahre bin ich daran gewachsen und habe gelernt in schwierigeren Zeiten stets zu versuchen das Positive zu sehen. Das ist mir bis letztes Jahr auch sehr gut gelungen. 
Nach der Beerdigung eines Onkels hatte ich plötzlich ganz sonderbare Gedanken. Beim Anblick von Todesanzeigen habe ich in Gedanken meinen Namen dort gesehen. Ich habe mir Sorgen gemacht, was mit meinen Kindern passiert, wenn ich nicht mehr bin. Ich habe ständig an meinen Tod gedacht. Dann hatte ich plötzlich stechende Schmerzen in der Brust und Angst es könnte etwas Ernstes sein. Es ging so weit, dass ich mich ärztlich untersuchen liess, inklusive Herzbelastungstest. Die Befunde waren alle GESUND. Aber meine Angst wurde dadurch nicht weniger. Dann habe ich mich an meine weltallerbeste Chügelifee (Homöopathin) gewendet. Nach einem langen einfühlenden Gespräch hat sie mich mit einer Ration Globuli nach Hause geschickt. Und siehe da, ein paar Wochen später waren die quälenden Gedanken und Todesängste verschwunden. :-) Es waren nur Gedanken.

Ich war in der damaligen Zeit nicht fähig darüber zu sprechen (nur mit meinem Mann). Da ich aber glaube, dass dieses (Tabu)Thema auch andere beschäftigt, wollte ich nach den gelesenen Zeilen bei Nora unbedingt darüber schreiben. Falls es euch auch so geht, lasst euch helfen und redet darüber. Es sind nur Gedanken. Gedanken lassen sich ändern und beeinflussen. Ihr entscheidet ob euer Glas halb voll oder halb leer ist.
Heute sind meine Gedanken wieder fröhlich, zuversichtlich und hoffnungsvoll! Todesfälle wird es wieder geben. Sie gehören zum Leben wie die Geburt. Aber sie sollen meine Gedanken nicht mit Angst füllen. Und bis mein Stündchen schlägt, werde ich versuchen aus jedem Tag den Schönsten zu machen! 
Ich schicke euch ganz viele schöne, positive und liebe Gedanken. Passt auf was ihr denkt und seid achtsam mit euch!

Herzliche Grüsse Paula
* * * * *
Mein Himmelbild der Woche von meinem himmlischen Ausflug schicke ich wieder zur Sammlung von Raumfee. Und ich finde es passt gut zu meinen heutigen Gedanken.

Kommentare

  1. Liebe Paula,
    Auch ich probiere immer das Positive an einer Sache zu sehen. Ich habe es durch den frühen Tod meiner Eltern, auch ich war zwölf, lernen müssen. Sonst geht man daran kaputt. Lange Jahre litt ich auch an der Angst, dass mir liebe Menschen plötzlich verschwinden. Wenn mein Mann sich nicht pünktlich von einer seiner Reisen gemeldet hat, bin ich durchgedreht. Das hat sich allerdings gelegt und heute kommt es nur noch ganz selten hoch. Man muss lernen, dass der Tod zum Leben gehört, aber auch, dass es soviel schönes im Leben gibt, auch wenn jemand nicht mehr da ist.
    Danke Dir fürs Ansprechen des Themas, und genieße jeden Tag die schönen Momente.
    Siehe mein blogthema.....
    Hab einen schönen Sonntag, liebe Grüße
    Nicole

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  2. Liebe Paula
    Du schreibst mir aus der Seele.... auch schon gestern... die Kinder gebe ich für Freizeitaktivitäten oder einfach für einen "Lädeli-Tag" mit schlechtem Gewissen weg und habe oft das Gefühl ich müsse mich rechtfertigen.
    Ich habe meinen Vater verloren als ich 24 Jahre alt war und habe alles drumherum hautnah miterlebt. Da kommen gerade alte Erinnerungen hoch... Habe seither noch mehr Angst jemanden zu verlieren und male mir oft Horrorszenarien aus, wenn z.B. mein Mann nicht zur Zeit wieder zurück ist... Aber zum Glück ist er ein extrem positiv denkender Mensch und unterstützt mich so sehr. Ow, jetzt bin ich aber auch ungewollt sehr persönlich geworden...
    Schön, dass du deine Gefühle und Gedanken mit uns geteilt hast.
    So, wir sind auf dem Weg in die Ferien spontan für ein paar Tage. Ich freue mich! Mehr davon morgen in meinem Blog.
    Die Fotos von eurem 2tägigem Urlaub sind traumhaft!
    Einen wunderschönen Tag und ganz liebe Grüsse
    Kleefalter

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  3. Liebe Paula

    Ich kann dich so gut verstehen, hab ein fast ähnliches Jahr gehabt wie du... Ab Mai gings gefühlsmässig und mit meinen Ängsten nur noch bergab... Hatte die gleichen Ängste und Gedanken wie du, was mach ich, wenn ich nicht mehr da bin und was machen meine kleinen Mädels ohne Mami...

    Ich hab in meiner angeheirateten Familie in den letzten 20 Jahren so viele Schicksalsschläge miterlebt.. Irgendwie hab ich immer gleich weiterfunktioniert und war für die Familie usw da und hab die Trauer bzw. Gefühle nie richtig zugelassen... Irgendwie war dann mein Gefühls-Fass wie übervoll und "explodiert" und all meine Ängste sind ausgebrochen... War eine harte Zeit, aber es geht mir wieder gut und ich kann mit meinen Ängsten umgehen, manchmal besser, manchmal schlechter...

    Liebe Grüsse
    Heidy

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  4. Deine Zeilen berühren mich sehr...ich habe auch solche Gedanken und ich denke jeder Mensch hat sie, mal mehr mal weniger. Denn wir Menschen wissen nicht was dann kommt, es macht Angst, also diese Ungewissenheit. Ist alles zu Ende, geht es weiter...irgendwie, nur wie? Ich gucke gerne Krimis und ich beschäftige mich oft mit dem Thema, ich lese Dystopien, wo Menschen in der Zukunft leben, in düstere Zukunften...die ich wohl nie erleben werde, denn bis dahin bin ich wohl nicht mehr auf dieser Erde, vielleicht bin ich an einem anderen Ort, aber wer weiss das schon? Ich versuche mein Leben zu leben und jede einzelne Minute zu leben, zu erleben und zu geniesen. Leicht ist das nicht, wenn man wie ich im dunklen Norwegen wohnt...und einfach zu wenig Tageslicht abbekommt. Das Thema macht Angst, aber man muss damit leben, dass das Leben endlich ist...ich drücke dich aus der Ferne mal ganz fest.

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  5. Liebe Paula
    das hast du so schön geschrieben. Ich hatte zuerst auch bedenken, den Tod meiner Oma auf meinem Blog zu erwähnen... aber es gehört nun mal auch zu mir.
    Heute morgen hab ich als erstes den Beitrag bei Nora gelesen und was soll ich sagen, der Tod scheint im Moment nicht nur bei mir sehr präsent zu sein... sehr schön das auch du darüber schreiben konntest !

    Ich drücke dich von hier aus auch ganz fest!

    Liebi Grüessli Linda

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  6. Liebe Paula,

    vielen Dank für diesen intimen Einblick in Dein Seelenleben. Manchmal kommen diese düsteren Gedanken.
    Ich denke, um uns klarzumachen, dass wir besser auf uns achten sollen.
    Vieles nehmen wir als Selbstverständlich hin und denken dabei gar nicht daran, dass es so nicht ist.
    Ich selbst habe schon viel erlebt, was mich traurig stimmte und der Verlust meiner Familie ist am schlimmsten für mich. Daher will ich auch nicht mehr in ein Flugzeug einsteigen, weil ich weiß, dass ich da nichts für sie tun kann.
    Der Tod ist allgegenwärtig und immer wieder reißt er uns aus unserem harmonischen Leben. Vor dem Sterben habe ich keine Angst, doch will ich zuerst alles erledigt haben bevor ich gehe.
    Vor 4 Jahren hat man festgestellt, dass mein Herz nicht in Ordnung ist. Daher ist der Kommentar "Ich bekomm gleich einen Herzanfall" in ein anderes Licht gerückt - für mich zumindest.
    Ich versuche so zu Leben, dass ich nicht immer daran denke. Ansonsten würd ich krank werden, denk ich.
    Wir müssen uns unserer Angst stellen - nicht leicht, gell?
    Was soll ich sagen.
    Dein Post hat mich ein bisschen aufgewühlt.
    Ich bin froh, dass es Dir besser geht und Du wieder Kraft hast.
    Denk an Deine Familie, dass ist der Motor der uns antreibt.
    Ansonsten hätten wir manchmal schon viel zu früh aufgegeben.

    Liebe Grüße und ich denke ganz fest an Dich.
    Du bist eine mutige Frau.

    Deine Bluemchenmama

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  7. Ein grandioses Panoramabild, wunderschön.

    Gedanken über den eigenen Tod, oder auch den von Familienmitgliedern sind glaube ich ziemlich normals... von Zeit zu Zeit. Ich kenne das auch, inklusive der Herzpanik. Wichtig ist, dass man da wieder rauskommt - sich durchchecken zu lassen ist da nicht verkehrt, weil die Gedanken durch eine beruhigende Nichtsdiagnose oft zum Schweigen gebracht werden können.

    Herzlich, Katja

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