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Paula's Haus


Willkommen beim 3:3 WORT-SALAT im März, dem gemeinsamen Schreibprojekt von mir und Frau Mo Chrüselichopf. Wir haben wieder je drei Schreib-Stichworte aus unseren Gläsern gezogen. 

Heute ist der 13. März. Ein Denkwürdiges Datum für mich und meine Familie. Lest doch selbst, was ich darüber und zu den Stichworten Eine Weltreise, gemeinsam, am Wegesrand, Unruhe, Grenzen und Online für den 3:3 Wort-Salat geschrieben habe. 


 

Der Dreizehnte

Manche Daten prägen sich wie ein Brandmahl in unsere Erinnerungen. Der 12. und 13. März zum Beispiel. Vier Jahre ist es jetzt her, seit ich den schicksalhaften Anruf bekam, dass du im Spital liegst und operiert wirst. Ich erinnere mich an die Zeit des Wartens, die innerliche Unruhe und die Angst. Ein paar Stunden später der nächste Anruf, mit der Nachricht, dass du sterben wirst. 

Gemeinsam mit meinem Geschwistern bin ich nach Luzern zum Spital gefahren. Es hat in Strömen geregnet.  Mein Bruder nahm vor Anspannung eine falsche Auffahrt im Parkhaus. Aber das interessierte niemanden. Das Parkhaus war um diese Zeit, Mitten in der Nacht, leer. Vor der Tür zur Intensivstation mussten wir warten. Es kam mir ewig lange vor. Dann endlich kam eine Ärztin und führte uns in dein Zimmer. Der Raum war dämmrig. Apparate blinkten. Du sahst ruhig und friedlich aus. Nichts deutete daraufhin, dass hier der Tod wartet. 

Die Ärztin führte uns in einen Besprechungsraum. Er war erfüllt mit grellem Licht. Sie erklärte was passiert war und dass Du nur noch ein paar Stunden zu leben hast. Ob man es hätte verhindern können, fragte ich. Nein, antwortete die Ärztin mitfühlend. Ob wir bleiben wollen oder wieder nach Hause fahren wollen, fragte die Ärztin. Die Frage schien mir grotesk und ich fragte mich, ob es tatsächlich Menschen gab, die für einen letzten Besuch ins Spital fuhren und dann wieder nach Hause gingen, im Wissen, dass die eigene Mutter im Sterben liegt. Ich wollte so schnell als möglich wieder zu Dir ins Zimmer.  Alles schien so surreal. 

Uns so begann das lange Warten. Das Warten auf den Tod. Ich versuchte mir alles an dir einzuprägen. Dein Gesicht. Deine Nase, deine braunen Haare, dein schmaler Mund. Das Gefühl deiner Haut.

Unser Leben zog wie eine Weltreise durch meine Gedanken. Meine Kindheit, meine Jugend, deine Grosskinder, unsere gemeinsame Reise nach Wien. Und Weihnachten. Und Geburtstage ... 

Anfangs war das Warten unerträglich. Irgendwann sickerte die Gewissheit, dass es die letzten Stunden mit dir sind, in jede Faser meines Körpers. Und irgendwann war ich vom Warten auf den Tod und von der Ausweglosigkeit so ermüdet, dass ich dir in Gedanken erlaubte zu gehen. Ich habe dir Frieden gewünscht. Und die wohlverdiente Ruhe nach einem schicksalhaften Leben. Kurz bevor du für immer eingeschlafen bist, zog ein Fuchs ums Spital. 

Die darauffolgenden Tage und Wochen brachten mich immer wieder an meine Grenzen. Termine, Entscheidungen und das Begräbnis mussten organisiert werden. Telefonate mit Angehörigen. Gespräche mit Behörden und der Bestatterin. Ein Spiessrutenlauf zwischen Müdigkeit und grenzenloser Trauer. Aber obwohl wir mit dir nie über den Tod gesprochen hatten, wussten wir, was dir gefallen hätte. Eine einfache Urne aus Holz. Und Rosen. Aber keine gewöhnlichen. Sie mussten einen Kontrastrand haben. Beim Anblick einer Kugelförmigen Urne aus Granit meinte mein Bruder, du hättest mit Sicherheit gesagt, wir könnten dich ja noch eine Weile "herumtrölen" (herumrollen). Wir mussten beide lachen. Die Bestatterin hatte den Witz wohl nicht verstanden, aber für uns hat es sich angefühlt, als seist du bei uns. 

Dann habe ich stundenlang nach Liedern für die Beerdigung gesucht. Und gefunden. {S'Härz vun re Mueter} und {S'Land ob dä Wolkä} Und noch heute, vier Jahre später, muss ich weinen, wenn ich diese beiden Lieder höre. Gestern kam {s'Land ob de Wolkä} zufällig im Radio. Zufällig, am Datum der schlechten Nachricht? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ich drehte das Radio auf und liess meinen Gefühlen und Tränen freien Lauf. So wie ich es auch die Monate nach deinem Tod immer wieder gemacht habe, wenn ich alleine war.  Wenn mir die Schwere jedoch zu arg auf dem Herzen lag, unternahm ich einen Spaziergang im Wald. Am Wegesrand gab es immer etwas zu entdecken, was die Trauer leichter machte. Blumen, Kräuter, Beeren oder Vogelgezwitscher. Und auf wundersame Weise kam ich durch Links und Klicks im www auf Barbara Pachl-Eberhart. Ich habe ihr Buch 4 minus 3 gelesen und einen ihrer Online-Schreibkurse abonniert. Ihre täglichen Schreibimpulse haben mich vier Monate lang begleitet und mich immer wieder aus dem Sumpf gehoben. 

Wenn ich zurück denke, kommt es mir vor, als seist du erst gestern fort gegangen. Dabei liegen Meilensteine und Achterbahnen hinter uns. Zwei Erstkommunionsfeiern ohne dich. Vier mal Weihnachten ohne dich. Unzählige Geburtstage ohne dich. Und eine Pandemie. Mehr als einmal habe ich mich die letzten zwei Jahre gefragt, wie du mit der Situation umgegangen wärst. Ob du ängstlich gewesen wärst. Panisch oder zuversichtlich. Und auch wenn ich unendlich traurig bin, dass du nicht mehr da bist, bin ich unsagbar froh, dass dein Abschied nicht in die Zeit der Pandemie gefallen ist. Bei deiner Trauerfeier waren mindestens 400 Personen anwesend. Wie hätten wir mit all den vielen Verwandten, Freunden und Bekannten Abschied nehmen sollen, wenn nur 30 erlaubt gewesen wären?  

Und wie hättest du auf den Ausbruch des Krieges in der Ukranie reagiert? Ich glaube es hätte dich verängstigt. Mich erschüttert die Situation. Und sie ist jeden Tag in meinen Gedanken. Manchmal auch im Schlaf. 

Aber heute, am 13. März 2022 will ich daran denken, wie du uns allen mit Sicherheit eine SMS geschrieben hättest, weil deine Nichte zur Regierungsrätin gewählt worden ist. Und auch im Februar hättest du uns eine SMS geschrieben, als Michelle Gisin an den Olympischen Winterspielen Bronze und Gold gewonnen hat.

Du bist immer in meinen Gedanken, auch wenn sich die Welt ohne dich einfach weiterdreht. Manchmal muss ich schmunzeln, manchmal muss ich weinen, manchmal koche ich Dinge die du mochtest. Und manchmal bin ich wütend auf dieses Leben, dass uns so viele Herausforderungen beschert. Aber eigentlich liebe ich das Leben. Meistens. Fast immer. Und ich hebe alles Schöne auf wie kostbare Perlen. Blumen, Wildkräuter, Tierspuren, Pulverschnee, das Glitzern eines Sees, leuchtrote Berggipfel, Nebelmeer, Kinderlachen, feines Essen, Begegnungen mit Freunden, liebe Nachrichten oder feines Essen. Und irgendwann werden wir uns im Himmel wieder sehen. Oder auch nicht. Wer weiss das schon. Aber die Vorstellung hilft das Weltchaos auszuhalten. Und bis dahin stelle ich mir vor, wie du weiter auf einer Wolke sitzt und die Beine baumeln lässt und deine wohlverdiente Ruhe geniesst. 

Alles Liebe zum Himmel ....


 * * * * * * * * *

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März 13, 2022 2 Liebe Worte


Als wir Kinder waren, gab es an Allerheiligen immer Fondue Chinoise, weil es der Geburtstag meines Vaters war. Nach seinem Tod mussten wir an diesem Tag immer sein Grab besuchen, zusammen mit Hunderten anderen Menschen. Ich fand es immer furchtbar. Die Trauer lag jeweils bleischwer über mir. Irgendwann, als ich Erwachsen war, ging ich an diesem Tag nicht mehr zum Grab.

Nach dem Tod unserer Mutter ging ich am 1. November wieder hin. Und wieder war sie da, diese Schwere, untermalt von Musik, Reden und ganz vielen Menschen. Für meine Seele wieder zu viel des Guten und Schweren.

Dieses Jahr haben wir die Schwiegereltern zum Essen eingeladen. Gelegenheit, endlich die neuen Leinenservietten, die ich im Sommer genäht habe, zu benützen. Das Herbstglas habe ich von einer Freundin bekommen und zusätzlich mit ein paar Eicheln aus dem Tessin bestückt. 


Ich mag das warme gelb der Servietten sehr. Ich denke sie werden auch an Weihnachten zum Einsatz kommen, zusammen mit Bienenwachskerzen. 




Aufs Grab habe ich ein selbstgemachtes Gesteck aus gesammelten Naturmaterialen gelegt. Eine Kerze zünde ich an, wenn mir danach ist. Erstmal zu Hause. Früher mussten wir an Allerheiligen zum Friedhof, weil es im Katholismus so gemacht wird. Weil die "anderen" reden würden, wenn man nicht hingeht. Egal ob man davor jeden Tag dort wäre. Heute finde ich, man muss gar nichts. Ausser auf sein Herz hören und dann hingehen, wenn einem danach ist. All die Erfahrungen mit dem Tod haben auch ihr Gutes. Irgendwann weiss man, was man nicht mehr will und man macht es so, wie es für einen stimmt und nicht so, wie es die andern sich vorstellen, dass es sein müsste. 


Ich wünsche euch eine schöne Woche.
 Liebe Grüsse
Paula

 

November 01, 2021 5 Liebe Worte

Seit einer Woche gilt in der Schweiz, wie in vielen anderen Ländern auch, die Zertifikatspflicht.

Bis jetzt ging die Schweiz in dieser Pandemie meist einen liberaleren Weg als viele der Nachbarsländer. Im Frühjahr hiess es von Seiten Bundesregierung: Wenn alle geimpft sind, die sich impfen wollen, werden alle Massnahmen aufgehoben. Das Zertifikat sollte für eine Übergangszeit für Grossanlässe, Diskotheken und Bars eingeführt werden. Das Thema werde wahrscheinlich gegessen sein, bevor es eingeführt werde, hiess es von Seiten Bund. 

Es kam ein bisschen anders. Die Zertifikatsplicht gilt jetzt für alle öffentlichen Räume. 
3G - Geimpft - genesen oder getestet. 

Genesen bin ich (seit 210 Tagen). Gesund auch. Aber geimpft nicht.

Die Angst vor erneuten Hausauschlägen sitzt immer noch tief. Die Ungewissheit, ob die so rasant auf den Markt gebrachten Impfungen nicht doch Gefahren bergen und die Angst vor einem Langzeit-Impf-Schaden haben mich bisher davon abgehalten, mir einen Picks verpassen zu lassen. Da ich das Virus hatte, bräuchte ich zwar nur eine Dosis, aber die Ungewissheit bleibt. An Longcovid leide ich gottlob nicht. Angst vor einer erneuten Ansteckung habe ich auch nicht. Aber mein Bauchgefühl schreit immer wieder nein. 

Auf der anderen Seite sind alle Menschen die sich den Picks verpasst haben und sich mehr Feiheiten wünschen. Und das Pflegepersonal, welches total am Anschlag und unterbesetzt ist. Ich kann ihre Forderungen absolut verstehen. Bin hin und her gerissen, meinen Gefühlen nachzugeben. Alle wollen, dass diese Pandemie endlich ein Ende nimmt. Ich auch. Nur stehen wir als Menschen mit unseren Ängsten und Gedanken teils an komplett verschiedenen Orten. Die einen wollen frei und unbeschwert sein, die andern eigentlich auch, aber eben. Die Angst.

Ich habe immer gedacht, dass mir die Einführung der Zertifikatspflicht nichts ausmachen wird. Je näher sie aber rückte, desto mehr hat mich die ganze Situation beschäftigt. Seit rund zwei Wochen fühle ich mich wie in einem Tunnel. Die Gedanken rauschen wie ein Tsunami durch meinen Kopf oder lasten manchmal bleischwer in meinem Hirn. Durchschlafen kann ich schon lange nicht mehr. Der Druck der "Gegenseite" und der Regierung zermalmen mein Gewissen. "Bist du geimpft?" löst ein beklemmendes Gefühl in mir aus.

Nur, wo raus aus diesem Tunnel?


Einmal mehr habe ich in der Natur Zuflucht gesucht. Bin unzählige Höhenmeter hinauf gehastet, in der Hoffnung, den ganzen Ballast hinter mir zu lassen. Mit im Gepäck immer die Frage: Bist du geimpft? Bist du geimpft? 



Beim Kneippen im eiskalten Wasser habe ich mich zumindest selbst gespürt. Die Steine unter den Fusssohlen haben meine Lebensgeister wieder aktiviert und mich für ein paar Stunden aus dem Grübelmodus geholt. 


Die Sonnenstrahlen habe ich jedes Mal aufgesogen wie ein ausgetrockneter Schwamm. 


Vorletzte Woche habe ich auf einer Berghütte eine Tasse Kaffee getrunken und da wurde mir bewusst, dass es vielleicht der letzte sein wird für ein Weilchen, den ich auswärts trinke. Letzte Woche lief ich wieder zur Hütte rauf, habe mir in der Selbstbedienung wieder einen Kaffee geholt. Beim Griff zum Schokopulver habe ich mich dann gefragt, ob ich das überhaupt noch darf als Ungeimpfte.


Ich habe seither jede freie Minute genutzt, um ein paar Stunden in der Natur zu verbringen. Am liebsten alleine, hoch oben, mit Weitblick. 


Ruhiger wurde mein Geist trotzdem nicht. Ich fühle mich wie in einem Hamsterrad aus Erwartungen, die ich nicht erfüllen kann und Ängsten, die ich nicht loslassen kann.



In den Kommentarspalten der Mainstream Medien werden Menschen, die sich so wie ich, nicht impfen lassen, als Schwurbler, Antivaxer, rechtsradikal, minder gebildet betitelt und mehrheitlich der SVP zugeordnet. Sogar der Spiegel in Deutschland meint zu wissen, zu welchen Menschen die Impfverweigerer der Schweiz gehören. Wobei ich mich ja nicht als Impfverweigerin bezeichne, sondern einfach als kritisch und ängstlich. Ich respektiere alle, die es bisher gemacht haben und vielleicht mache ich es irgendwann selbst. Weil ich dem Stoff dann vertraue oder weil ich, so wie andere, dem Druck nicht mehr standhalte. Das Thema ist aber längst nicht mehr nur eine gesellschaftliche Frage, sondern auch in unserem Freundeskreis angekommen. Ich merke, wie ich gewisse Kontakte meide, weil ich keine Kraft mehr habe mich zu rechtfertigen, dass ich mich nicht bereit fühle, aus den oben erwähnten Gründen. 


 Die Ideale, für die ich die letzten Jahre eingestanden habe, werden gerade kräftig durcheinander gewirbelt. Dass ich mir seit längerem Gedanken mache, welche Stoffe wo drin sind und welche Wirkung sie auf Mensch und Umwelt haben, werden mir jetzt zum Verhängnis. Es wird nicht hinterfragt, es wird geimpft und zwar zum Allgemeinwohl und zur Beendigung der Pandemie. Allerdings stimmen mich die Zahlen in Israel wenig optimistisch. Dort ist man bereits bei der dritten Impfung. Kontroverse Gespräche und Gedanken werden mundtot gemacht und als Verschwörungstheoretik abgetan. Nicht von allen gottlob, aber von vielen.


Also was tun? 

Den Dialog suchen, sich gegenseitig zuhören und versuchen eine Lösung zu finden, wäre vermutlich das Beste. Stattdessen versucht man die Menschen zuerst mit Kebab und Bratwurst zum Impfen zu bewegen, so als ob es eine Einladung zu einem Glas Wein wäre. Und weil das alles nichts bringt, startet man mit Schuldzuweisungen und Massnahmen. Die einen freuts, die andern reuts. Wer nicht hören will muss fühlen. Plötzlich werden die einen zum höchsten Gefahrenpotenzial der Gesellschaft erkoren. Wer nicht mitmacht, ist schuld, dass die IPS Plätze überfüllt sind. Dass unser Gesundheitswesen aber seit Jahren totgespart wurde und in dieser Krise kein einziger Franken in die Erhaltung oder den Ausbau investiert wurde, lässt man aussen vor. 

Es mag sein, dass man mit einer Durchimpfung das Problem kurzzeitig beendet. Aber nachhaltig gelöst ist es deswegen nicht. Ich darf gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn das Niederschlagstiefs, welches im Sommer über Deutschland schwere Flutwellen ausgelöst hat, ein bisschen weiter südlicher gelegen hätte. Über dem Schweizer Jura zum Beispiel. Ein Alptraum! 


Im Moment machen mir die verhärteten Fronten der Bevölkerung mehr Sorgen als das Virus selbst. Es herrscht verbaler Krieg und die Mainstream Medien heizen mit ihren angstmachenden Berichten die Situation weiter an. Dass die Berichte der grossen Medienhäuser einseitig sind, machen das ganze auch nicht besser. Allerdings verwundert auch dies nicht, in Anbetracht, dass die Millionenbeiträge an die grossen Verlage bald zur Abstimmung kommen. Über das Zustandekommen des Referendums zum Mediengesetz haben sie stillschweigend hinweggesehen. Es wurde mit keinem Wort erwähnt. 


Die letzten Tage hätte ich mehrmals einfach losheulen können. Und so ergeht es auch andern Frauen in meinem Umfeld. Ich weiss nicht, ob es der Druck und die Debatten rund ums Impfen sind, oder der Weltschmerz, der auf unsere Seelen drückt. Ich frage mich fast täglich, ob ich im Sommer irgendwo falsch abgebogen bin. Welches Kapitel ich in diesem Film namens Pandemie verschlafen habe. Ich bin eine naturverbundene genesene Schweizern mit gesunden Menschenverstand. Fühle mich seit einer Woche aber wie eine hochgradig gefährliche Person des öffentlichen Lebens. 

 Vielleicht schaffen wir es die Spitäler zu entlasten und die Pandemie zu beenden. Nach der Krise werden es wohl aber die Psychiatrien sein, die überfüllt sind. Spätestens wenn alle Massnahmen aufgehoben werden, wird diese Tatsache kein Mensch mehr interessieren. Hauptsache, alle haben ihre Freiheit wieder. 


Nichts desto trotz, habe ich wieder ein Stück Optimismus zurückerobert. Das Leben geht weiter. Jede Krise hat irgendwann ein Ende, auch wenn dieses noch nicht absehbar ist. Jetzt müssen wir einfach noch ein Weilchen durchhalten und zusammenhalten. 

Als ich gestern Abend Steinpilze mit Knoblauch und Thymian angebraten habe und der würzige Duft unsere Küche eingehüllt hat, schoss mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf.

{Paula, sieh dir die feinen Pilze an, die dein Mann in der Natur gefunden hat. Was für ein Glück in einem fast Pilzlosen Jahr. Und vergiss nicht, du hast zwei Lockdowns und Homeschooling überstanden. Du hast unzählige Formulare ausgefüllt für Kurzarbeit. Du hast es fertig gebracht, trotz körperlicher Schwäche einen Antrag für Härtefälle auszufüllen, obwohl es dafür fast einen Hochschulabschluss bräuchte. Du hast neben Homeschooling innert kürzester Zeit einen Online-Shop auf die Beine gestellt, inklusive Hauslieferdienst. Du hast den Online-Shop ein zweites Mal aufgebaut. Du hast erfolgreich Gespräche mit Lieferanten geführt und Lösungen für Zahlungsaufschub gefunden. Du hast einen Covid-Kredit beantragt und wenige Monate später wieder zurück bezahlt. Du hast die letzten 18 Monate schlaflose Nächte, Alpträume, finanzielle Sorgen, Nesselfieber, Covid und einen Velounfall überlebt. Da wird diese Hürde ohne QR-Code Zertifikat auch noch zu schaffen sein. Sieh es als dritten Lockdown an und mach das, was du am Besten kannst: Die Natur erkunden, optimistisch bleiben und Ausschau halten nach Glücksmomenten. Nur nicht den Mut verlieren.}

Freiheit beginnt im Kopf, wie es so schön heisst. Vier Bücher zur Unterstützung habe ich bereits hervorgeholt. Und ein paar Freunde sind ja auch noch da. Und die Lieblingsplätze in der Natur bleiben auch erhalten. 

Wir schaffen das! 

Liebe Grüsse Paula
 
September 19, 2021 9 Liebe Worte


 Guten Morgen Ihr Lieben

Eine Spur verliert sich.
Eine Stimme bleibt stumm.
Ein Platz bleibt leer.

Heute ist meinem Herz schwer zu Mute. Gestern hat ein junger Mann, dessen Familie ich seit vielen Jahren kenne, sein Leben verloren. Ich habe einige Jahre neben der Familie  gewohnt. Und ich sehe den Jungen noch heute vor mir, wie er als kleiner Bub im Garten rumgehüpft ist. Ich hätte gerne nur erfreuliche Dinge gezeigt hinter den Türchen, aber manchmal hat das Leben andere Pläne. Darum mache ich heute eine Ausnahme, in Gedanken fest bei den Angehörigen.


* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Wenn das Schicksal meint, es müsse uns grosse Felsbrocken und Abgründe vor die Füsse werfen, hilft es manchmal nach Strohhalmen zu greifen. Ich mag nicht daran denken, wie schwer es in Zeiten von Corona ist Abschied zu nehmen, mit Abstand. Bereits letzte Woche habe ich eine Karte an eine Trauerfamilie geschrieben, deren Sohn unverhofft verstorben ist. Und jetzt schon wieder. Darum steht hinter Türchen No8 eine Frage, die später und in einem anderen Zusammenhang geplant gewesen wäre.

Wofür bist du dankbar, wenn du morgens aufstehst?




Ich wünsche euch einen lichtvollen Tag.
Liebe Grüsse Paula


Dezember 08, 2020 6 Liebe Worte

So langsam werden unsere Kinder richtig kribbelig und unruhig. Wie gut, dass wenigstens beim Wichtelhaus schon ein Bäumchen eingezogen ist. Eine Freundin von mir hat dieses kleine Schmuckstück extra für unseren Hauswichtel gemacht. Ich bin ganz verliebt in das schöne Stück mit Zipfel und Glöckchen. Aber auch das Wichtelhaus glänzt bereits im Weihnachtszauber. 


Damit die letzten Stunden nicht all zu lang werden, hat Tochterkind bereits die Bücher mit Weihnachtsgeschichten hervorgekramt. Eines meiner liebsten ist jenes mit der kleinen Hexe. Aber auch Geschichten von Astrid Lindgren dürfen nicht fehlen. 



Dieses Jahr fielen mir die Weihnachts-Vorbereitungen etwas leichter. Letztes Jahr fühlte sich alles schwer und trüb an. Ich konnte mir so gar nicht vorstellen, wie ich Weihnachten ohne meine Mama feiern soll. Ob das überhaupt geht.

Aber es ging. Irgendwie. Und es war zum Schluss schöner als erwartet. Und auch wenn sie mir immer noch sehr fehlt, hat die Zeit doch irgendwie die Wunden etwas kleiner werden lassen.

Liebe Blogleser*Innen
Ich wünsche euch von Herzen frohe Weihnachten. Ein grosses DANKE, an alle die hier mitlesen.

Für alle, die dieses Weihnachten (wieder) ohne einen geliebten Menschen verbringen müssen, weil dieser Mensch im Himmel ist, schicke ich liebe Gedanken. Geniesst es. Denn das ist es, was sie sich im Himmel wünschen. Dass wir es hier geniessen.

Herzliche Grüsse Paula
Dezember 23, 2019 4 Liebe Worte

Alles zum ersten Mal
ohne Dich

Ostern
 Geburtstage
Zugreisen
Nationalfeiertag
Herbstmarkt
Samichlaus
Weihnachten
Fasnacht
Grositage
und ganz viele Dinge dazwischen

Ohne Dich

Das Leben zieht einfach weiter
ohne Dich

Überall Spuren
deines Lebens

Gedanken
Bilder
und Augenblicke

Ist es möglich
dass bereits ein Jahr
vorbeigezogen ist?
Ohne Dich?

Ja sagt der Kopf
Nein sagt das Herz

Es fühlt sich an wie gestern
als wir erfahren haben
dass du gehen musst
für immer

Plötzlich
unverhofft
Abschied zu nehmen
im Wissen
es ist das letzte Mal

Keine Worte mehr
kein Lachen mehr
keine Geburtstage mehr
keine Zeit mehr
mit Dir

Wir denken an deine Kraft
deine Energie
und versuchen
das Leben zu meistern

Ohne Dich
mit Dir
in unseren Herzen

* * * * *

Manchmal geschehen Dinge
die können wir mit dem Verstand nicht fassen.
Wir können nur versuchen
sie mit dem Herz zu akzeptieren.
Wir müssen ziehen lassen,
was gehen muss,
um Platz zu machen,
was an schönen Erinnerungen
bleiben wird.

In liebevoller Erinnerung an meine Mama,
deren Körper vor einem Jahr unverhofft verzagt hat,
deren Liebe und Geist in unseren Herzen weiterlebt.

Liebe Grüsse zum Himmel
Paula

März 13, 2019 14 Liebe Worte



Begraben
Sebi schreitet gemächlich über den Friedhof, Schaufel und Pickel trägt er auf der Schulter. Es ist eisig kalt, das Thermometer stieg seit Tagen nicht über die Nullgradgrenze. Er soll auf dem mittleren Friedhofboden ein Grab ausheben. Warum können sich die Leute nicht warme Tage zum Sterben aussuchen, im Frühling, wenn der Schnee weggeschmolzen ist und die Sonne ihre wärmenden Strahlen aussendet? Aber er will nicht jammern. Eigentlich mag er seinen Beruf als Totengräber. Er arbeitet gerne mit den Händen, mag die Ruhe und den Frieden hier. Keiner der ihm dreinredet. Totenstille. Meistens jedenfalls. Aber er hasst die Kälte. Vor einer Woche ist ein Freund von ihm verstorben, Jakob Vonbühl. Er hatte sein Grab schon zu Lebzeiten reserviert. Ein Urnengemeinschaftsgrab, mit einer Grabesruhe von 20 Jahren. Danach würde sich sowieso niemand mehr für ihn interessieren, hatte er gemeint. So ist es meistens. In den ersten Monaten kommen die Angehörigen fast täglich, dann wöchentlich, dann alle paar Monate und später nur noch an Allerheiligen. Irgendwann bleiben sie ganz weg. Es ist ein Kommen und Gehen. Erst kommen sie als Trauernde, später als Verstorbene.
Sebi will später nicht hier begraben werden. Sein Wunsch ist es, einmal als Asche auf seinem Lieblingsberg verstreut zu werden. Im Geist mit den Adlern um die Wette zu fliegen. Sich tragen zu lassen und über das Tal zu gleiten. So wie die Gleitschirmpiloten.
"Na, träumst du wieder?" vernimmt er eine fröhliche Stimme. Obschon er niemanden sehen kann, ist ihm die Stimme bekannt. Es ist José, die Friedhofsseele. Sie besucht ihn dann und wann, wenn er alleine ist und behelligt ihn mit Fragen. "Begräbst du wieder ein paar Träume Sebi?", fragt José belustigt. "Halt die Klappe. Ich bin nicht in der Stimmung Witze zu reissen." Kann José denn nicht verstehen, wie ihm zumute ist?
"Schlecht gelaunt?" hakt José nach.
"Ja", entgegnet Sebi scharf und hofft, dass José verschwinden wird. Aber daran denkt die Friedhofsseele nicht im geringsten. Sie weiss, dass gerade die schlechten Tage die Besten sind, um Sebi an seine Träume zu erinnern. "Was wird denn heute begraben? Der Traum, der grossen Liebe zu sagen, wie sehr man sie all die Jahre verehrt hat? Und der Traum als Gärtner zu arbeiten?" "Was weisst du schon?", fragt Sebi traurig. "Einiges", entgegnet José. "Du weisst doch, Eugen da vorne, in der ersten Reihe links, er träumte sein Leben lang vom Auswandern. Aber er hat es nie gewagt. Und Emma, da oben rechts, sie träumte immer davon einen Beruf zu erlernen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Statt dessen hat sie ihr Leben lang ihrem alkoholsüchtigen Mann gedient. Und Trudi, ein paar Reihen neben Eugen, die immer vom Bergsteigen träumte, sich aber nie über einen Wanderweg hinausgetraut hat." Josés Aufzählungen gehen endlos weiter. Sebi hört nur halbherzig hin. Was interessieren ihn die Träume von Toten. Er ist für seine Träume sowieso zu alt. Delta fliegen, dass war einmal sein Traum gewesen. Und Schwyzerörgeli spielen, aber … "Ach wer interessiert sich schon für Träume?" Sebi schlägt seinen Pickel energisch in den harten Boden. "Hallo Sebi. Alles in Ordnung bei dir?". Sebi schreckt hoch. Ein paar Reihen weiter steht der Friedhofsverwalter, Herr Leblos und schaut ihn verwundert an. Sebi hat ihn nicht bemerkt. "Ja, ja, alles in Ordnung. Der Boden ist nur so sehr gefroren, dass ich die Schaufel nicht rein kriege." "Ach so.",  Herr Leblos schlendert mit zwei traurig blickenden Frauen weiter über den Friedhof, vermutlich auf der Suche nach einem geeigneten Grab. Sebi schaut sich um und entdeckt bei der Totenkappelle ein einfach gekleidetes Weiblein. Sie reckt den Hals, um zu sehen, wer da mit dem Friedhofverwalter durch die Grabreihen geht. Die alte Berta. War ja klar, dass sie heute hier herumstreichen wird. Sie ist oft auf dem Friedhof unterwegs, stets bemüht einen neutralen Gesichtsausdruck zu wahren. Aber Sebi kennt Berta schon lange und amüsiert sich im Geheimen über ihr neugieriges Wesen. Im Dorf heisst es dann: "Hast du gehört...", während hinter vorgehaltener Hand der neuste Tratsch ausgetauscht wird. Gewissheit bieten in solchen Fällen nur die Aushänge im Gemeindehaus. Was Berta wohl für Träume hat? 
Sebi macht sich weiter an die Arbeit. Auch wenn ihn die Friedhofsseele jedes Mal nervt, wenn sie ihn mit ihren Fragen belästigt, lassen ihn die Fragen nach seinen eigenen Träumen nie ganz los. Sie begleiteten ihn eine Weile, bis er sie wieder weit hinten in seinen Gedanken verdrängt hat und insgeheim hofft, dass sie sich nicht mehr bemerkbar machen.  

* * * * *
Ich erinnere mich noch gut, wie wir selbst vor einem Jahr mit dem Friedhofsverwalter zwischen den Grabreihen standen und darüber entscheiden mussten, welches Grab wir möchten. Reihengrab? Einzelgrab? Familiengrab? Urnengemeinschaftsgrab? Grabesruhe für 20 Jahre oder 30 Jahre? Nach Norden gerichtet oder nach Süden gerichtet? Alles schien so surreal. Tut es immer noch. Diese Woche jährt sich der Todestag meiner Mutter zum ersten Mal.  Und wie so oft im Leben, wenn etwas Schreckliches passiert ist, hat mich dieses Erlebnis inne halten lassen und mich daran erinnert, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Und mit ihm unsere Träume. Darum kann ich euch nur ans Herz legen, lebt eure Träume. 

Liebe Grüsse Paula


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März 11, 2019 4 Liebe Worte

Na das ist ja mal wieder ein Stichwort: Glaube. 



Glaubst du an Gott?
Ich sitze mit einer Freundin in einem hübschen Café. Das Haus, in dem sich das Café befindet, steht an einer viel begangenen Straße. Ich beobachte die Menschen, die vorbei gehen. Viele von ihnen kenne ich, manche persönlich, andere nur flüchtig. Eigentlich ist mein Wohnort ziemlich multikulti, denke ich, als eine Frau aus Ghana vorbei schlendert. Die Schwedinnen mit den Kinderwagen auf dem Gehsteig kenne ich auch. Auf der andern Straßenseite hastet eine Portugiesin Richtung Bahnhof. Ich glaube der Herr vor ihr, stammt aus Syrien. Da winkt mir ein Einheimischer, vor ihm spaziert eine ältere Dame aus Kolumbien.
„Glaubst du an Gott?“, fragt mich meine Freundin und holt mich aus meinen Gedanken.
„Wie bitte?“, frage ich leicht irritiert.
„Ob du an Gott glaubst?“ Wiederholt meine Freundin die Frage.
„Wie kommst du jetzt auf die Idee?“, hake ich nach.
„Keine Ahnung, ist mir einfach so eingefallen. Und, glaubst du?“
„Na du stellst heute Fragen.“ Ich überlege. „Als Kind ging ich lange Zeit jeden Sonntag in die Kirche, alleine. Betete das Vaterunser und lies mich von nichts beirren. Ich glaubte an Gott. Aber jetzt glaube ich nicht mehr an ihn.“
„Warum denn das?“
„Weil Gott mich meines Glaubens beraubt hat.“, entgegne ich leicht gereizt. Eigentlich wollte ich bloß gemütlich Kaffee trinken und mich nicht einem Glaubensbekenntnis unterziehen.
„Das verstehe ich jetzt nicht. Warum gehst du dann manchmal in die Kirche? Und warum hat er dich deines Glaubens beraubt?“ Sie lässt nicht locker.
„Als ich zwölf Jahre alt war, erkrankte mein Vater an Krebs. Sechs Monate habe ich gebetet und gehofft, dass er wieder gesund wird, obschon er stetig magerer wurde. Als er starb, konnte ich nicht länger an Gott glauben. Was ist das denn für ein Gott, der uns unseren Vater genommen hat? Meine Brüder waren gerade mal drei, sechs und neun Jahre alt. Ich hasste ihn, diesen Gott. Schwor nie mehr wieder in die Kirche zu gehen. Ich verzagte ihm meinen Glauben und meine Liebe.“
„Ui. Das ist aber heftig.“ Sie blickt mich betreten an. „Und was passierte dann?“
„Was meinst du damit?“, frage ich müde.
„Na, was hat dazu geführt, dass du doch wieder in die Kirche gehst?“
Ich schaue sie gedankenverloren an. „Gute Frage. Irgendwie blieb da stets ein Funken Hoffnung, der mich glauben ließ, dass es vielleicht doch Etwas gibt, auf das wir vertrauen dürfen. Gott mochte ich es nicht nennen, dieses Etwas.“ Ja warum gehe ich wieder in die Kirche, nicht oft, aber manchmal? „Ich habe über viele Jahre nach Antworten gesucht, in den verschiedensten Büchern. Heute glaube ich immer noch nicht an Gott. Aber ich glaube, dass es etwas gibt, dass unsere Vorstellungskraft übersteigt. Das Universum, eine Kraft... ich weiß auch nicht genau was. Irgendetwas, dass uns alle verbindet. Vielleicht ist diese Kraft auch in uns selber und ich glaube nur, dass sie ausserhalb ist. Ich glaube jedenfalls an die Kraft der positiven Gedanken und dass mich dieses Etwas unterstützt, dass meine Wünsche wahr werden. Tönt ein bisschen verrückt oder nicht?“
„Vielleicht.“
„Ich glaube aber auch, dass alles positive Denken nichts nützt, wenn es um unser Schicksal geht. Ich glaube, dass uns dieses vorherbestimmt ist. Wir können noch so vorsichtig durch die Welt gehen, noch so gesund leben, wenn unsere letzte Stunde geschlagen hat, können wir das nicht verhindern. Aber ich glaube, wir haben stets die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie wir auf die Geschehnisse in unserem Leben reagieren. Ob mit Wut, Hass, Neid oder mit Liebe und Verständnis. Und wenn ich versuche aus allem etwas Positives zu ziehen, fühle ich mich von diesem Etwas oder dem Universum unterstützt.“
„Na dann sag mir mal, was Positiv daran war, dass deine Mutter gestorben ist?“ Meine Freundin schaut mich irritiert an.
„An und für sich war es nur traurig. Dennoch gab es Momente, in denen ich mich sehr getragen fühlte von diesem Etwas. Die große Anteilnahme der Mitmenschen vor und während der Trauerfeier hat mich zum Beispiel mit tiefer Freude erfüllt, trotz der Trauer. Ich weiss, es ist widersprüchlich. Aber es hat sich so angefühlt. Es war einerseits furchtbar traurig, anderseits aber auch sehr schön. Und gerade in der Kirche habe ich dieses Zusammengehörigkeitsgefühl sehr stark wahrgenommen. Der Glaube, dass es da mehr gibt als unsere Hülle, unseren Körper, hat mir Kraft gegeben.“
„Und warum habt ihr eure Kinder taufen lassen? Ihr habt euch ja nicht vor Gott trauen lassen?“
„Aus dem gleichen Grund. Für mich hat der Segen in der Kirche, das feierliche Zusammensein und das Gelübde der Paten, etwas Magisches. Das wollte ich meinen Kindern mit auf den Lebensweg geben. Das Gefühl getragen zu sein. Ob sie nun von Gott beschützt und getragen werden oder von sonst Etwas, spielt keine Rolle. Für mich ist das Gefühl, dass ich mit diesem Segen verbinde, stärker, als der Glaube an Gott. Und sind wir ehrlich, eigentlich glaubt die ganze Welt an verschiedene Dinge. Schau dir nur all die Menschen auf der Straße an. Sie alle glauben an Etwas. Die einen an Gott, die andern an Allah, die Kinder an den Samichlaus und wir zwei, dass aus unseren Kindern einmal etwas wird. Eigentlich ist es doch egal, an was wir glauben, Hauptsache dieser Glaube unterstützt uns positiv im Leben. Und wenn es nicht so viele verschiedene Religionen gäbe, wäre es bestimmt viel friedlicher auf der Welt.“
„So habe ich mir das gar noch nie überlegt.“ Meine Freundin schaut nachdenklich aus dem Fenster.
„Manchmal bekommen wir immer und immer wieder die gleichen Stolpersteine vor die Füße geworfen. Wir können sie auf die Seite werfen, lamentieren und uns ärgern. Oder wir probieren darauf zu vertrauen, dass alles wieder gut kommt. Mein Glaube, dass wir das Schicksal nicht beeinflussen können, aber die Art wie wir darauf reagieren und meine Dankbarkeit für alles, was ich an Schönem erleben darf, schenken mir in den schlimmsten Momenten Trost.“

* * * * * 

Die Geschichte hat sich nur in meinem Kopf so abgespielt. Aber sie ist ziemlich nah an dem was ich glaube. Und an was glaubst du? Ich bin gespannt, ob jemand mitschreibt diese Woche. Ich würd mich freuen. Ansonsten wünsche ich euch viel Freude beim Mitlesen.

Liebe Grüsse Paula


Inlinkz Link Party
Januar 14, 2019 14 Liebe Worte
Hey ihr Lieben
Ich hoffe ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest?


 Zusammen mit meiner 6jährigen Tochter habe ich für den Weihnachtstisch Engelaufhänger  gebastelt. Wer hier regelmässig mitliest, kann sich denken, wofür der Engel symbolisch steht. 





Auf dem leeren Platz stand ein Wortlicht, eine Kerze mit einem besonderen Text, welcher beim Anzünden erleuchtet wird. Am Fenster habe ich wieder den Scherenschnitt vom letzten Jahr befestigt. Die Winterlandschaft wird uns noch eine Weile begleiten.


Der Weihnachtstag braucht für alle Familienmitglieder immer starke Nerven. Die Kinder werden immer ganz ungeduldig. Es könnte gut sein, dass wir nächstes Jahr etwas in der Reihenfolge ändern. ;-) Ein Kinobesuch am Nachmittag und spielen mit Freunden brachte zum Glück etwas Ruhe in den ereignisreichen Tag. 


Bevor wir Abends das feine Essen genossen, besuchten wir eine öffentliche Waldweihnachtsfeier. Es war schön dort meine Familie um mich zu haben. Meine Nichten spielten beim Krippenspiel mit. Zum Schluss erhielten alle Kinder einen Ballon mit Wunderkerze. Der Moment, als all diese Lichter Richtung Himmel zogen, war wohl der Bewegteste an diesem Abend. Ich stellte mir vor, sie ziehen alle zu meiner Mama. 


Nach dem Essen kam für die Kinder endlich der langersehnte Moment der Bescherung.



Als ich klein war, hatten meine Grossmütter immer ganz bunte Weihnachtsbäume, mit Kugeln in leuchtenden Farben von Gelb, über Grün und Pink. Und bunte Glasvögel durften auch nicht fehlen. Da die Vögel wieder voll im Trend sind, fand dieses Jahr als Erinnerung auch bei uns ein Vogel Platz auf dem Baum, obschon Sohnemann ihn schrecklich findet. ;-)


Meine Vorweihnachtszeit indes war eine Achterbahn der Gefühle, vielleicht habt ihr es bei meiner Kurzgeschichte gelesen. Umso dankbarer war ich meine Kinder um mich zu haben. Wenn ich es gar nicht mehr aushielt, musste ich raus in die Natur. Das hilft fast immer. Einmal durfte ich diesen Anblick geniessen. Der Lichteinfall der Sonne in die verschneiten Bäume hüllte die Landschaft ein wie ein Märchen, so als würde am anderen Ende ein Licht leuchten. 


Bevor der Winter allerdings eingebrochen war, deckte ich mich mit Naturmaterialien ein für die Weihnachtsdeko. Ich liebe Moos, Äste und Tannenkries. 




Ein Stickrahmen wurde zur Weihnachtskugel umfunktioniert. Der Regenbogenkristall wirft bei Sonnenschein farbige Punkte ins Wohnzimmer. 


Trotz vielen Stimmungstiefs während der Adventszeit, durfte ich auch einige schöne Momente erleben und dazu haben all meine Freundinnen einen grossen Beitrag geleistet. Sei es mit lieben Nachrichten, Überraschungen im Briefkasten, das Wiedersehen mit meiner Freundin aus Kanada und eine 2tägige Reise nach Bern mit unserer Familienfreundin. DANKE euch allen für die lieben Worte, Gesten und Umarmungen. Und fast hätte ich vergessen, euch von meiner Adventspost zu erzählen. Aber lest selbst, hier geht es zum Beitrag.


Nun wünsche ich euch noch eine erholsame Zeit zwischen den Jahren und einen guten Rutsch. Wie ich die Feiertage bei uns im Dorf erlebe, dürft ihr dann bei meiner nächsten Kurzgeschichte am 1. Januar lesen.

Ich danke euch herzlich für eure Besuche hier auf dem Blog und all die lieben motivierenden Worte die ihr mir jeweils hinterlässt. 

Liebe Grüsse Paula

* Werbung (unbezahlt), da Ortsnennung, -Erkennung u. Verlinkung

Dezember 27, 2018 3 Liebe Worte
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Willkommen in meinem Blog.  Ich bin Paula, eine kreative und Naturverbundene Mama aus der Zentralschweiz. Meine Tage haben selten genug Stunden, um all meine Visionen und Ideen umzusetzen. Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und Stöbern.


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