Dienstag, 8. Dezember 2015

"Mein" Bergahorn ...

 
Vor dem Haus unserer Mietwohnung steht ein sehr alter Bergahorn, an dem ich mich seit dem Einzug im vorletzten Frühling täglich erfreue.

 
Sei es durch die Farben des Tageslichts oder mit all seinen Facetten der Jahreszeiten.

 
Wie so oft, herrscht auch bei uns unter den Nachbarn leider keine sehr freundschaftliche Beziehung.
 
 
Da ein so grosser Baum auch ziemlich viel Laub abwirft, kommen die Emotionen und der Frust der vielen Arbeit wegen jeden Herbst von neuem hoch. Der Baum steht auf der Grenze. Ein Teil des Laubes fällt also beim Nachbar runter. Während die Kinder und ich uns an den vielen bunten Laubblättern und am herrlichen Rascheln freuen, ärgern sich andere über die damit verbundene Arbeit. Kein Wunder stand eines Tages der Förster vor dem Baum. Hilfe! Die wollen ihn doch nicht fällen? Bei mir standen alle Alarmglocken auf Rot. Ich kann und will mir meinen Ausblick nicht ohne diesen Bergahorn vorstellen. Ich finde er strahlt so viel Kraft aus. Wenn ich nach Hause komme, steht er gross, imposant und schützend am Strassenrand. Mein Ego sagte aber immer lauthals: "Hey mach nicht so Theater. Du bist hier nur geduldet. Der Baum gehört nicht dir"

 
Ich erinnerte mich an all die schönen Bilder. Im Herzen oder auf dem Fotoapparat. Wie ich letzten Winter immer wieder aus dem Fenster schaute und über die Ungerechtigkeiten des Lebens nach sinnierte. Mit Blick auf den Baum.

 
Ich habe alle guten Geister gebeten, den Baum bitte stehen zu lassen.
 
* * * * *
 
Letzte Woche fuhren schliesslich zwei Forstwarte auf und machten sich an die Arbeit. Ich fragte recht beklommen, ob sie in fällen würden. "Nein, nein, nur ein bisschen stutzen. Aber es gibt schon Leute, die ihn nicht mehr möchten" :-( Was war ich erleichtert, als ich erfuhr, dass ER bleiben darf. "Mein" Bergahorn.
Ich schaute immer wieder aus dem Fenster, wie es um ihn steht. Bis zum Abend war ein riesen Haufen Äste zusammen gekommen. Aber er stand noch. Und durch den Schnitt wirkt er noch viel höher und imposanter. :-)
 
 
Danke danke....
Ich glaube ich verschenke zu Weihnachten eine Karte mit Fotos des Baumes mit einem Gutschein, dass die Kinder und ich nächsten Herbst beim Einsammeln des Laubes helfen. Was meint ihr? Und dem Besitzer des Baumes stecke ich vielleicht eine Dankes-Weihnachtskarte in den Briefkasten, dass er den Baum stehen gelassen hat. :-) Vielleicht ist das mein Beitrag dieses Jahr meinen Wunsch nach Weltfrieden wenigstens im eigenen Umkreis zu unterstützen, wenn es schon auf der Welt nicht zu klappen scheint.
 
{Es gibt keinen Weg zum Frieden,
denn Frieden ist der Weg.}
Mahatma Gandhi
 
Ich wünsche euch eine wundervolle und friedvolle Woche.
Herzliche Grüsse Paula
 

Kommentare:

  1. Liebe Paula
    ich fühle mit dir, wie erleichtert du sein musst. Hier haben die Besitzer vom Haus nebenan gewechselt- jahrelang haben wir dieses Haus kaum gesehen, es war umgeben von Hecken und Bäumen. Prächtigt eingewachsen rundherum- ein Garten, den man von aussen nur erahnen konnte. Wir genossen all das Grün auf dem Nachbargrundstück. Leider haben die neuen Nachbarn nun alles dem Erdboden gleichgemacht und so zurückgeschnitten, dass nichts mehr grün bleibt und jaaaaa keine Laub zu sammeln ist im Herbst. Es sieht schrecklich aus. Ich wünschte, es wäre beim Rückschnitt geblieben....
    Grüsse dich herzlich Nicole

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  2. Ja die lieben Nachbarn. Irgendwie kommt mir das bekannt vor! Wie schön, dass er weiterhin dort stehen darf! Prächtig sieht er aus und schön! Ich finde das mit der Karte und dem Gutschein eine tolle Idee liebe Paula.
    Herzliche grüsse Nica

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  3. uiii nein, zum Glück steht der Baum noch!!!
    Manchmal fragt man sich wirklich....
    Liebe Grüsse Nicole

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  4. Liebe Paula, wie schön, dass der Baum noch steht. Neben dem was du alles gesagt hast, ist er ja noch der Unterschlupf für viele Tiere, auch wenn sie zum Teil auch nur winzig klein sind. Vielleicht könnt ihr ja ein Baumfest im nächsten Jahr machen, zuerst Laub einsammeln und anschliessend ein schönes Feuer mit etwas zum Knabberen, fördert vielleicht noch die Nachbarschaft...
    Liebe Grüsse
    Verena

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  5. Liebe Paula, ich finde die Idee mit den Weihnachtskarten genial. Keiner der Streit sucht, rechnet mit sowas. Ich bin schon auf die Reaktion gespannt. In unserer Nachbarschaft sind auch einige miteinander verstritten, wir versuchen immer mit allen auszukommen, womit es sich um einiges entspannter Leben lässt. Wobei oft trift der Spruch zu " Es kann der frommste nicht in Frieden leben....." genies deinen Baum solange er noch leben darf.
    LG Alexandra

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  6. Stefanie LangensteinMittwoch, 09 Dezember, 2015

    Liebe Paula
    Was für ein schöner Post mit dem wunderbaren Baum. Ich weiss genau wo er steht und wie er aussieht... er ist wunderbar und ohne den Baum, würde da echt was fehlen... Wer weiss, vielleicht sieht der Baumbesitzer nach der lieben Karte das Ganze auch etwas anders, wenn er bemerkt, dass er anderen damit eine Freude macht. Dann ist es für ihn vielleicht auch mehr, als bloss ein "Baum" der Blätter abwirft und Arbeit beschert...

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  7. Oh, liebe Paula, ich freu mich mit dir, dass dieser wunderschöne alte Baum stehen bleiben darf! ...und das mit den Weihnachtskarten finde ich eine tolle Idee!
    Was haben wir für ein Glück, hier so nette Nachbarn zu haben.
    Ich wünsche dir und deinen Lieben frohe Festtage und schicke liebe Sonntagabendgrüsse
    Doris

    P.S. Deine Bilder sind übrigens traumhaft schön!

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Herzlichen Dank fürs Reinschauen! Ich freue mich, wenn du dir die Zeit nimmst ein paar liebe Worte da zu lassen!