Dankbar sein ...


Habt ihr die vergangenen Wochen auch die warmen Herbst-Stunden genossen? Oder sitzt ihr womöglich unter einer dicken Nebelschicht?  Wir wohnen auf 1000 Meter über Meer und haben das Glück meistens über dem Nebel zu sein. Hier warten allerdings viele sehnlichst auf den Schnee. Ich geniesse derweil die Sonne in vollen Zügen. Aber es wurde die letzten Tage merklich kühler.  Ich hatte nach unseren Ferien ziemlich mühe die Tage wieder drinnen zu verbringen. Umso mehr geniesse ich es, wenn die Sonnenstrahlen durchs Wohnzimmerfenster helle Lichtpunkte in den Raum werfen. Als ich neulich gemütlich im Liegestuhl lag und ein Kapitel über Dankbarkeit las, wurde mir einmal mehr bewusst, wie schön wir es doch haben.


Seit meine Mutter gestorben ist, sind diese Dankbarkeits-Momente noch einmal viel intensiver geworden. Wenn die Traurigkeit droht über mich herzufallen, halte ich Ausschau nach Dingen, für die ich dankbar bin. Dankbar trotz allem. Sie helfen mir wie ein Anker, mich in der Trauer nicht zu verlieren. Dann betrachte ich ein Schneckenhaus in all seinen Details, suche den Himmel ab nach Wolken die aussehen wie Engel und lasse die Sonne meine Haut küssen. Meist hilft es. Nicht immer. Aber so ist es mit der Trauer. Sie kommt und geht wie es ihr passt, wie ein ungebetener Gast. Meist dann, wenn wir so gar nicht mit ihr rechnen. Die Welt dreht sich derweil einfach weiter.



Vor 4 Jahren habe ich den Blog „in lauter Trauer" entdeckt. Ich schaue immer mal wieder rein. Die Texte von Silke sind einfühlsam, berührend und schonungslos ehrlich. Ihre Texte haben mir geholfen eine trauernde Freundin zu begleiten, aber auch meine Mitmenschen, denen ähnliches passiert ist, besser zu verstehen. Aktuell lese ich die Texte vorallem für mich. 


Der Bildausschnitt des Textes gehört zum Buch "Ein Teil von mir. Meine Trauer umarmen und weiterleben". Das Buch findet ihr hier
Ich habe das Buch spontan mit einem Brief an zwei Frauen geschickt, denen ich mich auf unerklärliche Weise verbunden fühle. Wir kennen uns nur flüchtig, aber beim Lesen des Buches habe ich oft an die beiden gedacht. Sie haben beide einen schweren Verlust erlitten und mir war danach, ihnen etwas Zuversicht zu schicken, gedanklich und in Worten. 


Der Tod und die Trauer sind nach wie vor Tabuthemen. Ich fände es schön, wenn unsere Gesellschaft sich mehr dafür öffnen würde, denn sie gehören zum Leben wie die Geburt. Aber wahrscheinlich ist es ein Wunschdenken, in einer Zeit die geprägt ist von Erfolgsdenken und chronischem Zeitmangel. Nichts desto trotz schreibe ich immer mal wieder darüber. Ihr könnt es also lesen oder wegklicken. ;-)





Diese stimmigen Bilder habe ich letztes Wochenende aufgenommen. Ich war mit meinen Lieblings-Tantis auf dem Stoos. Die Aussicht dort oben ist überwältigend. Der Spätherbst hat sich in voller Pracht präsentiert. Solche Tage sind wie Balsam, wenn mich die Trauer mal wieder wie ein Schleier begleitet. 

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag.
Liebe Grüsse Paula

* Werbung (unbezahlt), da Ortsnennung, -Erkennung u. Verlinkung

Kommentare

  1. Liebe Paula,
    das ist so, über die Trauer wird selten, viel zu selten gesprochen. Heute sprach ich es aber an, da mein Schwiegervater heute vor drei Jahren verstorben ist.
    Deine Bilder vom Stoos sind wunderbar, ich kenne den Stoos nur vom Winter, aber das Kreuz kam mir doch gleich bekannt vor.
    Liebe Grüsse
    Eda

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    1. Ja das Leben geht weiter, fast so als wäre nichts geschehen. Ich denke an Dich!
      Liebe Grüsse

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  2. ich habe deinen Text gerne gelesen - es ist so wichtig über alles zu sprechen und zu schreiben. Deine Bilder dazu sind ein Traum - ich danke dir für diesen Beitrag.

    Alles Liebe nima

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