Kurz.ge.schich.te N° 4 {Feiertage}

Januar 01, 2019


Liebe Kurzgeschichten Leser und Blogfreunde
Meine Geschichten gehen in eine neue Runde. Seid ihr dabei?
Ich wünsche euch von Herzen alles Gute fürs Neue Jahr und freue mich auf ein spannendes Jahr mit euch. Mal schauen, ob mir immer etwas zum Schreiben einfällt. ;-)



Feiertage
Ein wolkenloser Tag zwischen den Jahren beginnt zu erwachen. Das Tal ist in eisige Kälte gehüllt. Die Landschaft versprüht Ruhe und Frieden. Aber bald herrscht hier reges Treiben. Es naht eine Autoschlange. Langsam vor sich hin schleichend rollt die Blechlawine Richtung Bergdorf und staut sich viele Kilometer talwärts. Die Nebel geplagten Unterländer haben alle ein Ziel: Sonne, Berge und Schnee. Die Kolonne erreicht um die Mittagszeit ihren Höhepunkt. Das Dorf platzt aus allen Nähten, überall stehen Autos, auch dort wo es nicht erlaubt ist. Polizisten in Uniform zücken derweil ihre Unterlagen und verteilen Strafzettel. Die Staatskasse freut sich. An den Bergbahnen und Skiliften wird um jeden Zentimeter des Vorwärtskommens gekämpft. In Bergrestaurants sind sämtliche Sitzplätze bis auf den letzten Zentimeter besetzt. Im Dorf entfernen Gemeindeangestellte derweil die Abfallberge der letzten Tage. Weinkartons und Christbäume türmen sich, die Glassammlungen und Container sind längst überfüllt. Die Männer in oranger Arbeitskleidung geben ihr Bestes. Gegen Abend strömen die sonnenverwöhnten Gäste wieder talwärts, um in den Lebensmittelgeschäften für Silvester einzukaufen. Die Einkaufswagen überquellen. Nur das Beste ist gut genug. Erdbeeren aus Mexiko, Kartoffeln aus Israel, Wein aus Kalifornien, Quinoa aus Peru und Avocado aus Südamerika. Bei der Menge, die eingekauft wird, könnte man denken, der Krieg steht bevor. Einheimische sucht man in den Warteschlangen vor den Kassen meist vergebens. Sie sind entweder am Arbeiten, oder haben ihre Einkäufe frühmorgens erledigt. Wer dennoch am späteren Nachmittag ins Dorf muss, ist gut beraten, zu Fuß zu gehen. Denn mittlerweile reihen sich die Autos wieder in einer nie endenden Schlange Richtung Unterland. An ein rasches Vorwärtskommen ist nicht zu denken.
Die Sonne ist längst hinter den Bergen verschwunden, es ist bereits wieder dunkel geworden. All jene, die nicht nach Hause fahren, genießen das bunte Treiben im Dorf. Beim Après Ski wird Alkohol zu vergünstigten Preis in rauen Mengen in die Kehlen geleert. Am Abend sind die Restaurants bis auf die letzten Plätze besetzt. Wer jetzt nicht volles Haus hat, hat wohl etwas verkehrt gemacht. Gegen Mitternacht dröhnt und johlt es in den Gassen. An Schlafen ist nicht zu denken. Ob es am Lärm liegt, am hohen Alkoholpegel oder an den gut laufenden Geschäften, die mit viel Stress verbunden sind, sei dahin gestellt. Eines ist klar, die Feiertage sind in vollem Gange und an Erholung ist erst im neuen Jahr zu denken.

* * * * *
 So erlebe ich die Feiertage in unserem Dorf. Wenn ich arbeiten muss, freue ich mich, wenn viel los ist im Dorf. Wenn ich frei habe, würde ich mich am liebsten verkriechen und erst wieder raus kommen, wenn der Spuck vorbei ist. :-) Wie habt ihr eure Feiertage erlebt?

Liebe Grüsse Paula


Inlinkz Link Party

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4 Liebe Worte

  1. Ja, liebe Paula, ich weiss schon, warum ich dem ganzen Feiertagstrubbel seit Jahren so gut als möglich aus dem Weg gehe. Aber das ist in einem Tourismusort vermutlich wesentlich schwieriger als bei uns im ganz gewöhnlichen Dorf.
    Trotzdem; Äs Gfreiwts 2019!
    ♥ Monika

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  2. Liebe Paula,
    hier im Städtchen sind auch recht viele Touris seit den letzten 14 Tagen unterwegs,
    aber es ist längst nicht so viel los,wie bei dir im Dorf!
    Entspannung mag da bestimmt nicht so recht aufkommen...
    Auch das geht wieder vorbei:)
    Nun hab noch eine schöne Woche und morgen heißt es endlich wieder:
    Einschalten um 20.15 Uhr :):):)
    Ganz liebe Grüße von
    Kristin

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    1. Oh ja, bald ist der Trubel vorbei. Dann fletze ich mich auf die Couch, schau dem lieben Doktor zu und denk an dich ;-)

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  3. oh ja, yin und yang lassen grüssen! und... es geht immer noch schlimmer... stell dir vor du würdest in venedig wohnen... dort muss es ganz grausam sein mit den touris... aber eben... wenn die kasse stimmt dann hat es auch etwas für sich... und das mit den erdbeeren aus mexico gibt es auch an normalen tagen bei uns im unterland. ich frag mich immer wer sowas käuft??? übrigens... bei uns "schneielet's" ein bisschen... ich bin schon mit sehr wenig zufrieden... ♥lichst, marika (bin am testen ob das kommentare schreiben nun funzt... lag evtl. daran dass ich die cookies blockiert hatte... mal schauen)

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