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Paula's Haus

Im Moment befinden wir uns alle wie in Trance. Das Corona Virus hat die ganze Welt fest im Griff. Ein schlechter Film mit ungewissem Ende. Die Medien sind voll mit Schlagzeilen, von denen ich aber bewusst kaum welche lese. Greta, Trump und der Klimawandel scheinen wie vom Erdboden verschwunden. Wobei das Klima zu den grossen Gewinnern gehören wird in dieser Krise. Nie wurde weniger CO2 ausgestossen, als in den vergangenen zwei Monaten.

Gestern dann die Hiobsbotschaft, dass die Schulen landesweit für mindestens drei Wochen geschlossen bleiben. Die Kinder freuts. Und die Eltern? Nicht alle können dieser Tatsache gelassen entgegen sehen. Besonders für Alleinerziehende, die voll Berufstätig sind, wird diese Zeit zur Belastungsprobe. Solidarität und Zusammenhalt sind gefragt. Eigenschaften, die in unserer Gesellschaft nicht immer zu den höchsten Tugenden gehören. Warum sonst plündern Menschen die Regale in den Läden und Artikel wie Desinfektionsmittel in den Spitälern? Diese Krise wird zeigen, welche Menschen solidarisch veranlagt sind und welche nur an sich selbst denken. Die Krise kann eine Chance sein, zur Stärkung unserer Gemeinschaft, aber auch zur Falle werden, wenn die Menschen das Vertrauen in sich und die Zukunft verlieren. Ich hoffe auf ersteres.


Zur Schliessung der Schulen kommt mein heutiger Beitrag gerade richtig. Denn es sind Beschäftigungsideen gefragt, wenn Schulen, Sportanlagen, Kinos ect. geschlossen sind. Auch der Besuch von Sportvereinen wird weitgehend ausfallen. Eine Herausforderung für Vereinsaktive Familien. Ich schaue den folgenden Wochen im Moment noch gelassen entgegen was die Beschäftigung der Kinder betrifft. Unsere sind nur im Turnverein. Da fällt nicht so viel weg an Terminen. Zur Nutzung der freien Zeit haben wir schon ein paar Ideen gesammelt. Eine davon zeige ich euch heute. Vor kurzem habe ich bei Herzlich Mo ein tolles Spiel mit Piktogrammen entdeckt. Ich wollte mir das Spiel schon fast bestellen. Die Piktogramme wären eine gute Hilfe für meine Kurzgeschichten. Aber meine Ungeduld darauf zu warten, brachte mich auf eine Idee. So habe ich aus einem Karton kleine Quadrate von 2x2 cm geschnitten. Darauf habe ich allerlei Piktogramme gezeichnet. Ideen findet man im WWW genug. 



 Die Kinder haben die Bilder aufmerksam betrachtet und wollten wissen, was ich da mache. Als ich ihnen von der Möglichkeit erzählte, daraus Geschichten zu erzählen, war ihre Neugierde geweckt. Sie wollten auch Geschichten erzählen. Also steckten wir alle Kärtchen in einen Stoffbeutel und legten los. Die Anleitung zum Spielen ist denkbar einfach. Die erste Person zieht ein Piktogramm und beginnt eine Fantasiegeschichte. Dann wird der Stoffbeutel herum gereicht und jeder erzählt die Geschichte mit Hilfe der Sujets weiter. Ich hatte ja gehofft, dass die Kinder dieses Spiel mögen, aber dass die Begeisterung derart gross ausfallen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Und so spinnen wir fast tagtäglich neue Geschichten, mit teils haarsträubendem Verlauf. Besonders unser 10jähriger Sohn steuert immer wieder überraschende Wendungen bei. Es gibt stets viel zu lachen. Polizisten werden in Frösche verwandelt, Banditen aus dem Supermarkt geschleudert, Gartenpartys veranstaltet und vieles mehr. Ich staune immer wieder über die Fantasie der Kinder. Wir sind also noch eine Weile beschäftigt.



Die nächsten Tage zeige ich euch dann noch ein paar weitere Beschäftigungsideen. 
Kommt gut durch diese besondere Zeit und bleibt gesund. 

Liebe Grüsse Paula


März 14, 2020 1 Liebe Worte
Bäume und Blumen waren die Themen bei Emma die letzten beiden Wochen. Ich hatte beide Beiträge im voraus verfasst und parat um sie euch zu zeigen. Das Leben aber hatte andere Pläne vor mit mir, darum habe ich die beiden Beiträge nicht veröffentlicht.


Die letzten Monate verstarben verschiedene mir bekannte Menschen, deren Tod mich sehr beschäftigte und nachdenklich stimmten. Ich war in Gedanken oft bei den Angehörigen. Konnte mich so gut einfühlen, wie es ihnen nach dem Verlust eines lieben Menschen geht.


Und dann wurde ich vor zwei Wochen plötzlich selber wieder mit dem Tod konfrontiert. Wurde selber zur Trauernden. Wie aus dem nichts erreichte uns die Nachricht, dass meine Mutter wegen einem akuten Darminfarkt im Sterben liegt. Es fühlte sich an, als ob ich mich in einem schlechten Film befände. Um die Absurdität dieser Situation genauer zu umschreiben, muss ich aber etwas ausholen...


Für eine Trauerfamilie habe ich vor einem Monat diese Karte gebastelt, da mir keine im Handel käufliche Karte irgendwie passend erschien. Nie im Leben habe ich damit gerechnet, dass ich 30 Tage später selber vor einem riesigen Stapel Trauerkarten sitzen werde.


Der Tod hatte mich damals so beschäftigt, dass ich das Bedürfnis hatte, einen Text dazu zu verfassen. Nur für mich meine Gedanken nieder zu schreiben. Heute habe ich diesen Text wieder gelesen. Es scheint einfach nur verrückt. Aber lest doch selbst...


Hallo Mister Tod
Seit Tagen sitzt Du mir im Genick und drängst mich zum Schreiben. Ich schiebe es vor mir her. Aber Du bist immer wieder da und drängst mich weiter. Aber wozu? Wer bist Du eigentlich? Ich weiß Du gehörst zum Leben wie die Geburt. Aber ich verstehe dich nicht. Du kommst meistens dann, wenn man dich am wenigsten erwartet, wie ein ungebetener Gast. Unverhofft und ohne Vorwarnung. Du hinterlässt Chaos, Dunkelheit, Verzweiflung, Traurigkeit, Leere, Ungewissheit, Müdigkeit und Hilflosigkeit. Wenn Du auftauchst, sind der Schock, die Wut und die Trauer meistens auch nicht weit. Ihr streift durch die Welt wie ein unliebsames Quartett. Ihr schüttelt die Menschen durch wie ein tobender Sturm und spuckt sie wieder aus, so als ob sie gerade bei 90 Grad gewaschen worden wären. Einsam und verlassen. Die Trauer begleitet die Menschen als Folge von Dir meistens ziemlich lange. Viel länger als die Mitmenschen annehmen. Nicht nur Wochen- oder Monatelang, nein oft bleibt sie für ein paar Jahre. Sie schwächt sich zwar ab, aber sie ist immer da. Manchmal erinnert sie viele Jahre danach noch an Dich, dass Du liebe Menschen mitgenommen hast. Einfach so, ohne zu fragen. Unverhofft.
Ich hatte schon oft das „Vergnügen“ mit Dir. Vergnügen ist es ja keins, aber warum in aller Welt fällt mir gerade kein anderes Wort dafür ein? Ich war schon so oft mit Dir konfrontiert, dass ich mittlerweile sogar weiß wie unterschiedlich eine Trauerfeier ausfallen kann. Wie schön und passend sie sein kann oder eben wie falsch sie sich anfühlen kann. Im Innersten weiß ich auch, dass Du manchmal sogar ein Trost sein kannst, wenn du Menschen von ihren Leiden erlöst. Aber deine Gefährtin, die Trauer, die kommt trotzdem.
Die letzten Monate hast Du meinen Bekanntenkreis wieder ziemlich oft Heimgesucht. Und wie immer, wenn Du jemanden aus dem Leben gerissen hast, bleibt da das große Warum. Warum? Warum? Warum? Weil wir irgendwann sowieso alle gehen müssen? Aber warum müssen die einen früher gehen? Und warum trifft es so oft die guten Seelen, jene die so viel bewegen in der Gesellschaft und Freude und Bereicherung bringen?
Obwohl ich schon so oft mit Dir konfrontiert wurde, bleiben diese Fragen. Um nicht daran zu verzweifeln, halte ich seit Jahren Augen, Ohren und mein Herz offen nach Antworten. Eine vielbesagte Weisheit sagt: [Was einem nicht umbringt, macht einem stärker]. Ha, wer sagt denn, dass wir stark sein wollen. Dann sind wir halt schwach, was solls. Oder schwingt da doch ein Funken Wahrheit mit? Was hat sich denn verändert bei mir, seit Du mir regelmäßig über den Weg gelaufen bist?
Ich bin dankbar für vieles in meinem Leben. Ich schätze das Leben sehr. Ich bin dankbar für die schöne Natur in der ich leben darf. Ich bin dankbar, wenn meine Liebsten gesund sind. Dankbar, wenn ich selber gesund bin. Ich bin dankbar für meine Freundschaften. Ich fühle mit, wenn andere mit Dir konfrontiert werden. Ich habe gelernt Trauer auszuhalten, im Wissen, dass sie in Wellen kommt und nach einer gewissen Zeit nicht mehr dauerhaft da ist. Ich habe mir angewöhnt, Wünsche nicht mehr aufzuschieben, im Heute zu leben, weil ich nie weiß, was der morgige Tag bringen wird. Ich habe gelernt das Leben selbst anzupacken und nicht darauf zu vertrauen, dass es andere für mich tun. Ich musste früh lernen selbständig zu sein. Ich messe Materiellen Dingen keinen besonders großen Wert bei, weil ich diese am Ende meines Lebens, wenn du an meine Tür klopfen wirst, nicht mitnehmen kann. Ich habe gelernt, dass die Trauer verschieden Facetten hat. Ich habe gelernt, dass es verschiedene Wahrheiten gibt. Dass meine Wahrheit und meine Wahrnehmung nicht die gleiche sein muss wie jene meiner Mitmenschen.
* * * * *

 Ich dachte, ich wüsste alles über den Tod. Aber das Leben hat mir einmal mehr gezeigt, dass die Facetten unendlich sind. Ich durfte meine Mutter zusammen mit meinen Geschwistern auf ihrem letzten Weg begleiten und bei ihr sein. Ihr Tod kam viel zu früh, dennoch bin ich unsagbar dankbar, dass sie unsere Anwesenheit wahr nahm. Das Erlebte zu verarbeiten wird noch lange dauern, aber dieses letzte Zusammensein gibt mir etwas Kraft. Ebenso wie all die vielen Begegnungen, SMS, Anrufe und Besuche in den ersten Tagen. Auch die Natur wird mir wieder Kraft geben... dass wäre mein Thema im Beitrag über Bäume gewesen. Die Kraft der Bäume... 




Im Beitrag über die Blumen wollte ich euch einen Korb mit Hortensien zeigen, welchen mir meine Mutter vor kurzem geschenkt hat. Anstatt als verspätetes Geburtstagsgeschenk steht er jetzt da wie ein Abschiedsgeschenk.



Alle die hier schon länger mitlesen, wissen, dass der Tod kein Tabuthema ist für mich. Viel zu oft war ich schon damit konfrontiert. Den vielen Schicksalsschlägen ist es zu verdanken, dass ich nach dem Hinschied meiner Mutter wusste, was zu tun ist. Wir haben einfach funktioniert. Dass meine Kinder und ich anschliessend von einer fiesen Grippe heimgesucht wurden, machte es allerdings um einiges schwieriger. Ich habe das Gefühl als ob mein Leben die letzten beiden Wochen auf einer Leinwand stattgefunden hätte... Das muss alles erst einmal verdaut werden. Aber die vielen Gesten der Verbundenheit und all die vielen Menschen die bei der Trauerfeier dabei waren, helfen diesen Weg zu gehen. Und die Vorstellung, dass meine Mutter nach einem arbeitssamen Leben jetzt die ewige Ruhe geniessen darf, machen es etwas erträglicher. Und auch meine Kinder, vor allem die Kleine, die mich mit der pragmatischen Weltanschauung einer sechsjährigen zum Lachen bringt, machen es etwas einfacher. Letzten Samstag vor der Beerdigung war ich von Angst und Panik geplagt. Da sagte kleine Maus: "Aber warum hast du Angst Mami? Du musst ja nur in die Kirche gehen, warten und schauen was passiert. Du musst überhaupt nichts machen". :-) Ja wovor haben wir Angst in solchen Situationen? Vor der Ungewissheit und der Leere. 


Das Laben fragt nicht, ob uns dies oder das gerade in den Kram passt. Es passiert jetzt, hier und heute. Das Schöne wie das weniger Schöne. Also geniesst es und macht jeden Tag zum Schönsten in eurem Leben. Seid dankbar für alles was ihr habt und sagt euren Liebsten, dass ihr sie lieb habt. Es kann so schnell vorbei sein. Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Liebe Grüsse Paula

März 26, 2018 9 Liebe Worte
Schwups schon wieder eine Woche rum und wir sind bereits im März gelandet. Obwohl bei uns noch tiefer Winter herrscht und ich immer noch Lust zum Skifahren habe, ist da doch auch eine grosse Lust nach Grün. Darum freue ich mich auf die März Themen von Emma. Diese Woche geht es um Pflanzen. Im Haus haben wir ein paar wenige. Und die müssen ziemlich viel aushalten, da ich es mit regelmässigem Giessen nicht so habe.  Aber meine zwei Liebsten will ich euch doch zeigen. Das eine ein kleines Bäumchen, bewacht von einem hübschen Zwerg ...
 
 
 
 Das andere ein eher zart besaitetes Pflänzchen, mit ewigem Durst. Aber ich habe beide doch schon zwei Jahre (hüstel*) und sie leben noch. Juhee...
 

 
Auf eine Pflanze die wild wächst, freue ich mich besonders, den Bärlauch. Nur noch ein paar Wochen Geduld, dann wird er hoffentlich zum Vorschein kommen und mit seinem intensiven Knoblauchgeschmack unsere Küche bereichern.
 
 
Auch dieses Jahr werde ich wieder Ausschau halten nach essbaren Wildkräutern und freue mich schon auf die verschiedenen feinen Pflanzen die in der Natur wachsen.
 

Und dann sind da noch die Pflanzen in meinem Balkongarten, den ich auch dieses Jahr wieder anlegen und pflegen werde. Outdoor liegt mir irgendwie besser als Indoor. ;-)
Bilder dazu findet ihr hier

 
Ich wünsche euch eine glückliche und grüne Woche.
Liebe Grüsse Paula
https://fruehstueckbeiemma.com/

März 06, 2018 5 Liebe Worte
 
Diese Woche heisst das Thema bei Emma "Mit dem Auto". Das löst bei mir recht gegensätzliche Emotionen aus. Im Alltag werde ich mit unserem Auto nicht so richtig warm. Es ist einfach zu gross, zu lang und zu breit. In Parkhäuser unter 2.1 Meter kommt unser Bus gar nicht rein und wenn es schneit bin ich mit meinen 160 cm viel zu klein, um den ganzen Schnee von dem riesen Ding zu schaufeln. Rückwärts mit so einem grossen Auto ist auch nicht mein Ding. Darum wurde unser Auto auch schon 2x abgeändert und besitzt mittlerweile Stossstange Nummer zwei und endlich auch eine Rückfahrsirene. Darum bin ich lieber zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem Ortsbus unterwegs. Und für die Umwelt ist es erst noch besser.
 
 
Aaaaber..... wenn ich an unsere Ferien denke, komme ich beim Gedanken an unser Auto so richtig ins Schwärmen. Wir besitzen unseren VW Bus seit 8 Jahren, haben ziemlich viel Herzblut in den Ausbau gesteckt und schon viele tolle Reisen damit unternommen. Wenn wir dann irgendwo auf einem halbleeren Camping sitzen, mit dem aller nötigsten was es für einen entspannten Urlaub braucht, bin ich einfach nur happy. Das ist Glück pur für mich. Frische Luft, Vogelzwitschern, Kinderlachen, relaxen, im freien kochen und essen ... so könnte ich ewig unterwegs sein. 
Wenn das Wetter beständig ist, so dass wir nicht mal ein grosses Zelt brauchen und nur mit Tisch, Stühlen und Kochkiste draussen auskommen, finde ich es noch schöner.
 
 
Nachts dann zusammen mit meinen Liebsten auf dem engen Raum im Bus zu schlafen und zu spüren dass es gar nicht mehr braucht um glücklich zu sein, ist ein wirklich schönes Gefühl.


 
Und wenn ich keine Familie hätte, würde bei mir mittlerweile bestimmt so ein kleines Pfupfi stehen :-)
 

Oder noch besser so eins ;-)

 
Beim Gedanken an unsere letzten Ferien fiel mir spontan dieses Bild ein....
Morgens um Acht auf der Autofähre im Hafen von Genua.
Ach ich bekomme grad Fernweh...
 
 
Ich wünsche euch eine wunderbare Woche und bin gespannt, was es sonst noch zu lesen gibt bei den Geschichten rund ums Auto bei Emma.
 
Liebe Grüsse Paula
https://fruehstueckbeiemma.com/



Februar 27, 2018 9 Liebe Worte
 Als Emma ihre Themen zur TELL A STORY für Februar veröffentlichte, dachte ich zuerst "Bus und Bahn" lasse ich aus. Ganz einfach deshalb, weil ich dachte, ich hätte dazu nicht besonders viel zu berichten. Nicht dass ich nicht Bus oder Bahn fahre, ganz im Gegenteil. Unseren kostenlosen Orts Bus, oder Ski Bus wie er hier heisst, benutze ich ziemlich oft. Für meine Einkäufe, um zur Arbeit zu fahren oder wenn wir Skifahren gehen. Ich schaute auf meinem Handy und dem PC, ob ich zum Thema irgendwelche Fotos habe. Was ich dann entdeckte, löste nicht nur ein Schmunzeln, sondern auch ich die Gewissheit aus, dass es doch einen Beitrag zu Bus und Bahn von mir gibt. Und auf einmal weiss ich ganz viel zu berichten.
 
Wie man sieht, habe ich eine Vorliebe für geometrische Linien in Bahnhöfen. ;-)
 
Zürich HB
 
 Luzern HB
 
Bahnhof Locarno
 

 
Und wenn ich es mir recht überlege, finde ich Zugfahrten eigentlich ziemlich spannend, obschon ich nicht so oft mit der Bahn unterwegs bin. Steigt man in Engelberg oder Interlaken in einen Zug, strömt meist zuerst einmal eine Portion Currygeruch in die Nase. Meine Freundin nennt es Little Bombay. Fährst Du mit den Gästen aus Indien in die gleiche Richtung, geht es wild und laut zu und her. Es wird gestikuliert und fotografiert was das Zeug hält. :-) In Zürich wirst Du umringt von meist dunkel gekleideten Businessmenschen, die sich mit Vorliebe nur mit ihrem Handy oder dem PC beschäftigen. Geredet wird kaum miteinander. Anschauen tut man sich auch nicht. Aber ich beobachte gerne die Menschen in den Zügen und Bussen. Da gibt es soviel zu entdecken und ich frage mich oft, woher die Menschen wohl kommen, was sie arbeiten oder wie es ihnen geht. Bei den Businessmenschen nimmt es mich immer wunder, wie sie in der Freizeit wohl gekleidet sind.
 
 
 Letzte Woche entschied ich spontan mit dem Zug statt mit dem Auto nach Zürich zu einem Geschäftstermin zu fahren. Das dauerte mit den ÖV's zwar doppelt so lange wie mit dem Auto, aber ich war an diesem Morgen völlig übermüdet von einer schlaflosen Nacht und traute mich nicht mit dem Auto zu fahren. So kam es, dass ich an einem Tag Bus, Bahn und Tram gefahren bin. Die Trams in Zürich haben es in sich. Früher haben sie mir so richtig Angst eingeflösst, wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahren musste. Da ich seit 20 Jahren aber geschäftlich regelmässig jährlich ca. 10x  nach Zürich fahren muss, habe ich  mich irgendwie an sie gewöhnt und sie sind einfach da.

Eine schöne Erinnerung habe ich an eine Tramfahrt in Amsterdam. Wir stiegen beim Bahnhof ein und wollten mit unserem Gepäck zum Hotel fahren. Irgendwie haben wir aber die Haltestelle verpasst. Die Strassen und das Tram wurden immer leerer. Irgendwann hielt das Tram an, alle Passagiere waren zuvor ausgestiegen (ausser wir), der Fahrer stieg auch aus und verriegelte. Ehm... und jetzt? Es war gottlob erst später Nachmittag und nach einer Pause die uns ewig vorkam, fuhr das Tram wieder zurück in die Richtung aus der wir gekommen waren. :-)

 
* * * * *
 
 
Letzten Sommer waren mit den Kindern eine Woche auf einem Camping in Tenero. Dort haben wir für die ganze Familie ein kostenloses Ticino Ticket erhalten. Damit konnten wir mit allen Bussen und Zügen im ganzen Tessin gratis fahren, so oft und so lange wir wollten. Wir haben die Karte rege benutzt und tolle Ausflüge in die verschiedenen Täler unternommen. Und ich sage euch, in den engen Strassen des Valle Onsernone und Vergeletto hätte ich nicht mit dem Auto fahren wollen. Da war ich Gotten froh sicher im Postauto zu sitzen und hoffte einfach, dass der Fahrer sein Handwerk versteht. :-) Aber ich war nicht nur der engen Strassen wegen froh im Bus zu reisen. Wir hatten dank den öffentlichen Verkehrsmitteln eine schöne und intensive Familienzeit mit den Kindern und obendrein Zeit, in Ruhe die Landschaft zu geniessen. Auf diese Art mit der Familie Ausflüge zu unternehmen kann ich nur empfehlen und mache es gerne wieder.
 
* * * * *
 
 
Fast zur Tradition sind ein bis zwei jährliche Bahn Reisen nach Bern geworden. Den einen Ausflug mache ich mit einer Freundin (ohne Kinder) zum Geniessen, Flanieren, Spazieren, Plaudern und fein essen. Der andere Ausflug ist so etwas wie eine Clanreise zu meiner Tante in Wabern geworden. Anfänglich waren wir 5 Erwachsene und 4 Kinder. Jedes Jahr wurden es mehr Kinder und wir nehmen die Zugabteile jedes Mal mehr in Beschlag. Letztes Jahr waren wir dann 4 Erwachsene und 6 Kinder. Ich habe noch gewitzelt, dass es unser Ziel sei, jedes Jahr mit einem Kind mehr anzureisen. Da meine jüngeren Cousinen gerade im Gebärfreudigen Alter sind, erreichen wir dieses Ziel ganz bestimmt. Ich freue mich schon auf die nächste Reise Hand in Hand, mit Huckepack, Kinderwagen und allem was dazu gehört.

* * * * *
 
Keine gute Erinnerungen habe ich an U-Bahnen. Da geht es nach meinem Geschmack immer viel zu hektisch zu und her. Und die Türen schliessen für mein Befinden immer viel zu schnell. Besonders Abschreckend fand ich vor Jahren die U-Bahn in Paris. Den ätzenden Uringeruch werde ich nie vergessen. Da laufe ich lieber Kilometer weit ;-)
 
* * * * *

 
Und dann gibt es da noch einen Bus, den die jüngeren Leser wahrscheinlich nicht mehr kennen: den Migros Bus. Ein Bus, in dem man einkaufen konnte. Dieser Bus fuhr in verschiedene Ort ausserhalb der grossen Zentren, um die Menschen mit Lebensmitteln zu beliefern. Neben der hinteren Tür des Busses stand im Freien ein Stapel Einkaufskörbe. Mit so einem ist man dann eingestiegen und hat sich durch den schmalen Gang zwischen den Lebensmitteln hindurch geschlängelt und seine Lebensmittel eingekauft. Vorne beim Steuerrad, beim Fahrer des Busses, war die Kasse. Er war also Chauffeure und Verkäufer in einem. In unser Dorf fuhr der Bus soweit ich mich erinnere zwei Mal pro Woche. Das war vielleicht spannend. Wir sind jeweils mit den Velos hingefahren, zuerst ins eine Quartier und dann noch zu einem anderen. Natürlich versuchten wir mit den Fahrrädern schneller zu sein als der Migros Bus. Wir Kinder haben in dem Bus keine Lebensmittel des täglichen Gebrauchs eingekauft, sondern das Kleingeld, welches wir mit Zeitungen sammeln und Fahrrad waschen verdient hatten, in Süssigkeiten investiert. :-)
 
Sodeli... jetzt gibt es bei Emma doch noch einen Bus und Bahn Beitrag von mir. Ich hoffe er hat euch gefallen. ;-)
 
Liebe Grüsse Paula


 
https://fruehstueckbeiemma.com/

Februar 21, 2018 7 Liebe Worte
Heute geht es bei Emma und ihrer "Tell a Story" um das Fahrrad. Dieses ist für mich mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Für mich bedeutet mein Fahrrad Freiheit, Natur, Nachhaltigkeit, Reisen, Erleben und vieles mehr. Aber das war nicht immer so. Als junge Erwachsene kaufte ich mir ein Auto, kurze Zeit später sogar ein Motorrad. Mit diesem habe ich so ziemlich alle Schweizer Pässe überquert. Bis ich im Sommer 2001 drei Mal beinahe von einem Auto erfasst worden wäre. Das war der Wendepunkt. Ich verkaufte das Motorrad und kaufte mir ein Mountainbike. Und ich entdeckte für mich eine ganz neue Welt. Im Frühling 2002 machte ich eine meiner ersten Touren, hoch über dem Vierwaldstädtersee hinauf zum Bürgenstock. Aus eigener Muskelkraft etwas zu erreichen und dann voll stolz irgendwo auf einem Hügel oder Berg zu stehen, dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Im Frühling 2003 unternahm ich dann eine meiner tollsten Reisen überhaupt. Mit zwei Freundinnen reiste ich für zwei Wochen nach Korsika. Mit im Gepäck hatten wir unsere Wanderschuhe und unsere Mountainbikes. Eigentlich hatten wir geplant dort Wanderferien zu machen, was aber an einer eher schlechten Vorbereitung gescheitert ist. So entschlossen wir kurzerhand eine mehrtägige Fahrradtour zu unternehmen. Anhand der Strassenkarte planten wir eine Route.


Jede von uns packte die wichtigsten Sachen in einen Rucksack. Mehr als Proviant, ein Schlafanzug, Zahnbürste und ein trockenes T-Shirt hatten darin aber nicht Platz. Um Kräfte zu sparen durfte der Rucksack nicht zu schwer sein. So sind wir von Calacuccia aus Richtung Meer gefahren.  Unser Auto durften wir bei einem Kloster für ein paar Tage stehen lassen. Mit viel Optimismus und keinem blassen Schimmer was uns erwarten wird, sind wir losgefahren. Wildschweine haben unsere Wege gekreuzt, Autos haben zur Motivation gehupt und die wilde bizarre Landschaft hat uns immer wieder aufs Neue fasziniert und beeindruckt. Vom Stolz unserer Leistung gar nicht zu sprechen. Wir wussten nie was uns als nächstes erwarten wird, wo wir am Abend schlafen werden und ob die Zeit, welche wir für die Route geplant haben, ausreichen wird.  Aber die spontane Idee dieser Fahrradtour wurde für mich zu einem lebensprägenden Erlebnis. Mit so wenig Gepäck unterwegs zu sein, so viel zu Erleben und so viel zu leisten hat mich persönlich an einen ganz neuen Punkt gebracht. Und zu einer tiefen inneren Zufriedenheit. Es lässt sich kaum in Worte fassen. 
Am letzten Tag fuhren wir mit dem Zug von Calvi nach Corte. Was hatten wir Glück, dass wir die Fahrräder überhaupt mit in den Zug nehmen durften. Die lange Fahrt in dem alten überfüllten Zug über holprige Strecken war ein spannendens Erlebnis. Von Corte aus nahmen wir dann die letzte und schwierigste Strecke mit den Fahrrädern in Angriff. Auf 30 Kilometern ging es immer wieder steil bergauf und unsere Kräfte kamen arg an unsere Grenzen. Wir gut dass wir diese Strapazen vorher nicht ahnen konnten. Umso glücklicher und stolz waren wir, als wir am 5. Tag wieder gesund unseren Ausgangsort erreicht haben.


Seither habe ich leider nie mehr so eine "verrückte" Tour gemacht. Aber mit meinem Mann und den Kindern durfte ich ebenfalls schon einige schöne Tagestouren erleben. Eine Mehrtägige mit den Kindern ist noch ein grosser Traum von mir. Als wir noch keine Kinder hatten, haben wir Touren auf Sardinien, Korsika und in Finale gemacht.


Später dann mit Anhänger auf Elba, am Gardasee, im Südtirol und natürlich zu Hause.




Mittlerweile radeln unsere Kinder selbst und das Tempo und die Distanzen werden von Jahr zu Jahr wieder grösser.

Zu Hause dient mein Fahrrad aber nicht nur für erlebnisreiche Touren, sondern auch als tägliches Fortbewegungsmittel wenn ich zur Arbeit fahre oder die Einkäufe erledige.

Um im Winter auf den eisigen Strassen nicht auszurutschen, fahren wir mit Spikes. Aber nur mein Mann und ich, die Kinder fahren im Winter nicht mit den Velos.

 Das letzte Bild stammt von einer Sonnenaufgangstour letzten Herbst auf Sardinien. Das Bike ist mittlerweile leider im nirgendwo. Die Fahrräder wurden uns in Olbia leider vom Autoträger geklaut, kurz bevor wir auf die Fähre fuhren. :-( 


Ich wünsche Euch eine schöne Woche.
Ich drehe noch eine Runde in den anderen Beiträgen von Emma.
Liebe Grüsse Paula


https://fruehstueckbeiemma.com/tag/tell-a-story/


Februar 13, 2018 14 Liebe Worte
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